Rufumleitung einrichten: Die vollständige Anleitung für Telekom, Vodafone, o2 und 1&1 (2026)
Worum geht es bei dieser Anleitung?
Diese Anleitung erklärt, wie Sie auf einem deutschen Mobilfunk- oder Festnetzanschluss eine bedingte Rufumleitung (Anrufweiterleitung nur unter bestimmten Bedingungen) einrichten — zum Beispiel damit ein KI-Assistent oder eine andere Nummer automatisch einspringt, wenn Ihr Apparat besetzt ist oder niemand abnimmt.
Bedingte Rufumleitung unterscheidet sich von einer unbedingten (sofortigen) Weiterleitung: Bei der bedingten nimmt Ihr Gerät zuerst selbst an — und leitet erst weiter, wenn das nicht klappt. Das ist für Betriebe ideal: Ihr Team bleibt erreichbar wie gewohnt, und die KI fängt nur das auf, was durchs Raster fällt.
GSM-MMI-Codes: Das Prinzip
Moderne Mobilfunknetze unterstützen standardisierte GSM-MMI-Codes (auch USSD-Codes genannt), die direkt über die Telefon-App eingegeben werden — ohne App, ohne Portal, ohne Passwort. Sie tippen den Code in das Wählfeld ein und drücken die Anruf-Taste.
Wichtig: Diese Codes funktionieren auf Mobilfunkanschlüssen (SIM-Karten in Smartphones). Bei Festnetzanschlüssen (DSL-Router-Telefonie, ISDN) gelten andere Verfahren — dazu weiter unten mehr.
Die vier bedingten Weiterleitungen auf einen Blick
| Bedingung | Aktivieren | Deaktivieren |
|---|---|---|
| Bei besetzt (Leitung belegt) | **67*ZIELNUMMER# |
##67# |
| Bei keine Antwort (nach ~15–30 s) | **61*ZIELNUMMER# |
##61# |
| Bei nicht erreichbar (Flugmodus, kein Netz) | **62*ZIELNUMMER# |
##62# |
| Alle drei Bedingungen zusammen | **004*ZIELNUMMER# |
##004# |
| Alle Weiterleitungen auf einmal löschen | — | ##002# |
Die ZIELNUMMER ist die vollständige Rufnummer inklusive Vorwahl, ohne Leerzeichen oder Sonderzeichen — also zum Beispiel 0521123456789 oder +4915234567890.
Schritt-für-Schritt: Rufumleitung einrichten (Mobilfunk)
1. Wählen Sie die richtige Bedingung
Für die meisten Betriebe (Restaurants, Salons, Praxen) empfiehlt sich die Kombination bei besetzt + bei keine Antwort, also der Code **004*ZIELNUMMER#. Das stellt sicher, dass kein Anruf verloren geht — egal ob Ihr Apparat bereits im Gespräch ist oder niemand rechtzeitig abnimmt.
Wenn Sie nur einen der Fälle abdecken möchten, wählen Sie die entsprechende Einzelbedingung.
2. Öffnen Sie die Telefon-App
Öffnen Sie die Standard-Telefon-App Ihres Smartphones (nicht WhatsApp, nicht eine Drittanbieter-App).
3. Tippen Sie den Code ein
Geben Sie im Wählfeld den vollständigen Code ein — zum Beispiel:
**004*0521XXXXXXX#
Ersetzen Sie 0521XXXXXXX durch die Zielnummer, an die weitergeleitet werden soll.
4. Drücken Sie die Anruf-Taste
Drücken Sie die grüne Anruf-Taste (nicht Senden, nicht Suchen — Anruf). Wenn der Code korrekt ist, erscheint kurz eine Systemmeldung: „Weiterleitung aktiviert" oder ähnlich. Die Meldung verschwindet nach wenigen Sekunden — das ist normal.
5. Testen Sie die Weiterleitung
Rufen Sie von einem anderen Telefon aus Ihre Nummer an. Wenn alles korrekt ist, sollte die Weiterleitung nach dem festgelegten Ereignis (besetzt, keine Antwort) greifen.
Alle Weiterleitungen rückgängig machen: ##002#
Wenn Sie alle aktiven Weiterleitungen auf einmal löschen möchten — egal wie viele und welche Art — geben Sie ein:
##002#
Drücken Sie die Anruf-Taste. Die Meldung „Weiterleitung gelöscht" erscheint. Danach sind alle Weiterleitungen deaktiviert; Ihr Anschluss verhält sich wieder wie ohne jede Konfiguration.
Dieser Code funktioniert auf allen deutschen Mobilfunknetzen (Telekom, Vodafone, o2, 1&1 Mobilfunk).
Netzbetreiber im Detail
Telekom (MagentaMobil, auch D1-Netz)
Bei der Telekom funktionieren alle oben genannten GSM-Codes zuverlässig auf Mobilfunkanschlüssen. Alternativ können Sie Weiterleitungen im MeinMagenta-Portal (online) oder der MeinMagenta-App konfigurieren.
Festnetz (Telekom Magenta Zuhause): DSL-Anschlüsse über einen Fritz!Box oder Speedport-Router nutzen in der Regel SIP-Telefonie. Weiterleitungen richten Sie hier entweder über das MeinMagenta-Portal ein (Einstellungen → Telefonie → Rufumleitung) oder direkt in der Fritz!Box-Benutzeroberfläche (192.168.1.1 → Telefon → Rufumleitungen). GSM-Codes gelten hier nicht.
Vodafone (ehemals D2)
Auf Vodafone-Mobilfunkkarten funktionieren die GSM-Codes identisch. Alternativ: MeinVodafone-App → Verträge & Tarife → Rufumleitung.
Festnetz (Vodafone Kabel/DSL): Gleiches Prinzip wie bei der Telekom — Weiterleitungen erfolgen über das Kundenportal oder die Router-Oberfläche, nicht per GSM-Code.
o2 (Telefónica, auch E2-Netz)
GSM-Codes funktionieren auf o2-Mobilfunkkarten. Über Mein o2 online können Sie dieselben Einstellungen auch manuell vornehmen.
Hinweis o2 Festnetz: Wenn Sie o2 als DSL-Anbieter nutzen, verwalten Sie Rufumleitungen über das o2-Kundenportal (Verträge & Buchungen → Telefonie → Rufumleitungen).
1&1 Mobilfunk (nutzt o2-Netz)
1&1 Mobilfunkkarten laufen im o2-Netz und unterstützen dieselben GSM-Codes. Verwaltung alternativ im 1&1 Control-Center.
1&1 Festnetz: Weiterleitungen über 1&1 Control-Center → Telefonie → Rufumleitung; GSM-Codes gelten nicht für SIP-basierte Festnetzanschlüsse.
Hinweis: Anrufe nach der Weiterleitung
Je nach Mobilfunktarif können Weiterleitungen Kosten verursachen — der erste Gesprächsabschnitt (von Ihrem Gerät zur Zielnummer) kann als Auslandsminute oder gesonderter Verbindungsaufbau abgerechnet werden. Prüfen Sie die Tarifbedingungen Ihres Anbieters oder erkundigen Sie sich beim Kundendienst.
Wenn Sie Lucidence als Ziel der Weiterleitung nutzen, ist die Zielnummer eine deutsche Festnetznummer — in den meisten Tariffen kostenlos in der Flat inkludiert.
Verbindung zum Rufumleitungs-Code-Generator
Wenn Sie die Codes nicht manuell zusammensetzen möchten, hilft unser Rufumleitungs-Code-Generator: Wählen Sie Ihren Anbieter, geben Sie die Zielnummer ein — der Generator gibt Ihnen den fertigen Code zum Kopieren.
Warum bedingte Rufumleitung statt unbedingte?
Eine unbedingte Weiterleitung (auch: sofortige Weiterleitung, Aktivierungscode **21*NUMMER#) leitet jeden eingehenden Anruf sofort weiter — Ihr eigenes Gerät klingelt gar nicht. Das ist für Urlaubsvertretungen sinnvoll, aber nicht für den Regelbetrieb: Sie und Ihr Team können dann keine Anrufe mehr selbst annehmen.
Die bedingte Weiterleitung ist für Betriebe mit Telefondienst die richtige Wahl: Sie behalten die volle Kontrolle, und die KI ist nur dann aktiv, wenn Sie tatsächlich nicht erreichbar sind.
Anwendungsbeispiel: KI-Assistent als Auffangnetz
Ein typisches Szenario für Restaurants oder Salons:
- Gast ruft Ihre Nummer an
- Ihr Team kann abnehmen → normales Gespräch, keine Weiterleitung
- Ihr Team ist besetzt oder niemand nimmt ab → Mobilfunknetz leitet nach ~15–20 Sekunden automatisch weiter
- Der Lucidence-KI-Assistent nimmt sofort an, nennt Ihren Betriebsnamen, erklärt sich als KI und bietet Hilfe an
- Gast bucht einen Tisch, erfährt Öffnungszeiten oder hinterlässt eine Nachricht
- Sie sehen die Zusammenfassung in der App — ohne einen Anruf verpasst zu haben
Für die vollständige Einrichtung inklusive KI-Assistenten starten Sie unter lucidenceaisolutions.com. Die Weiterleitung deaktivieren Sie jederzeit mit ##002# — volle Kontrolle bleibt bei Ihnen.
Häufige Fragen
Funktionieren die GSM-Codes auf jedem Smartphone?›
Ja — GSM-MMI-Codes sind ein standardisierter Teil des Mobilfunkstandards und funktionieren unabhängig vom Betriebssystem (Android oder iOS) und vom Gerätehersteller. Voraussetzung ist eine physische SIM-Karte oder eine eSIM in einem deutschen Mobilfunknetz (Telekom, Vodafone, o2 oder ein MVNO wie 1&1, congstar, Aldi Talk etc.).
Was ist der Unterschied zwischen „bei besetzt" und „bei keine Antwort"?›
„Bei besetzt" greift, wenn Ihr Gerät bereits in einem anderen Gespräch ist — der neue Anrufer bekommt dann kein Besetztzeichen, sondern wird direkt weitergeleitet. „Bei keine Antwort" greift, wenn Ihr Gerät frei ist, aber niemand innerhalb von ~15–30 Sekunden abnimmt. Für Betriebe empfiehlt sich meist beides gleichzeitig (Code **004*NUMMER#).
Kostet die Rufumleitung extra?›
Das hängt von Ihrem Mobilfunktarif ab. Innerhalb von Deutschland auf deutsche Nummern ist die Weiterleitung in den meisten Flatrate-Tarifen inklusive. Bei älteren Tarifen ohne Flatrate können für den zweiten Gesprächsabschnitt (von Ihrer Nummer zur Zielnummer) Minutenpreise anfallen. Fragen Sie im Zweifelsfall bei Ihrem Anbieter nach.
Wie viele Weiterleitungen kann ich gleichzeitig aktiv haben?›
Technisch können alle drei bedingten Weiterleitungen (besetzt, keine Antwort, nicht erreichbar) gleichzeitig aktiv sein — auf dieselbe oder auf verschiedene Zielnummern. Der Sammel-Code **004*NUMMER# setzt alle drei auf ein Ziel.
Wie richte ich die Rufumleitung ein, wenn ich ein Festnetztelefon (kein Mobilfunk) nutze?›
Bei SIP-basierten Festnetzanschlüssen (Fritz!Box, Speedport oder ähnliche Router) gelten die GSM-Codes nicht. Rufumleitungen konfigurieren Sie dort entweder direkt in der Router-Oberfläche (meistens unter Telefon → Rufumleitungen) oder im Online-Portal Ihres Anbieters (Telekom: MeinMagenta, Vodafone: MeinVodafone, o2/1&1: jeweiliges Control-Center).
Was passiert, wenn ich ##002# eingebe und die Weiterleitung schon aktiv war?›
Der Code ##002# löscht alle aktiven Weiterleitungen auf Ihrem Anschluss — unbedingte wie bedingte. Ihr Anschluss verhält sich danach wie ohne jede Konfiguration: Alle Anrufe klingeln nur auf Ihrem Gerät. Sie können die Weiterleitung jederzeit mit dem entsprechenden Aktivierungscode neu einrichten.
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